S-Bahn Wien >

Konzept

S45 Wien Hüttelorf

Das Konzept für ein besseres Netz der umfasst zum einen den Wegfall der Kopfbahnhöfe und zum anderen die Umsetzung eines S-Bahn-Ringes. Außerdem bedarf es Modernisierung an bestehenden Strecken und Stationen.

Wegfall der Kopfbahnhöfe

Während Kopfbahnhöfe meist den Vorteil einer zentralen Lage bieten, so weisen sie betrieblich gesehen deutliche Nachteile auf. Die Wendezeiten in den Stationen sind länger und Fahrgäste müssen beim Umsteigen lange Wege in Kauf nehmen. Der Südbahnhof wird jedoch ab Dezember 2009 geschlossen, um einem neuen Durchgangsbahnhof zu weichen. Am Praterstern enden schon seit Jahren keine Züge mehr – sie werden über die Stammstrecke weitergeführt.

Einzig am Franz-Josephs-Bahnhof bleibt vorerst alles beim Alten. Aufgrund der ungünstigen Umsteigesituation hat der Bahnhof dermaßen an Bedeutung verloren, dass eine Schließung sinnvoll erscheint. Die S-Bahnen aus Tulln könnten stattdessen über Handelskai und die Stammstrecke nach Meidling geführt werden.

Weitere Informationen zur Führung der S40 über Brigittenau und Handeldskai sowie die Einbindung in die Stammstrecke unter Auflassung des alten Franz-Joseph-Bahnhofs.

Der Südbahnhof wird Ende 2009 geschlossen.

Bahnhof Praterstern-Wien Nord vor dem Umbau

Ringkonzept

Die Stammstrecke bietet einerseits den großen Vorteil eines dichten Taktes und zahlreicher Umsteigemöglichkeiten, andererseits stößt sie immer mehr an ihre Kapazitätsgrenze. Durch die Errichtung eines durchgehenden S-Bahn-Rings um die Stadt käme es zu einer deutlichen Entlastung, während zugleich neue umsteigefreie Verbindungen entstehen würden.

Durch den Neubau eines gerade einmal rund zwei Kilometer langen Verbindungsgleises zwischen der Donau­ländebahn am Handelskai und dem Praterstern könnte ein durchgehender Ring um die Stadt entstehen. Die Trasse würde dabei durch das derzeit ungenutzte Gebiet des ehemaligen Nordbahnhofes führen.

Das aktuelle Gleisnetz würde zwei weitere Möglichkeiten zu einem Ringkonzept ermöglichen, die ohne riesige Baumaßnahmen umgesetzt werden könnten: Zum Einen die Verbindung der Gleise vom Handelskai über den Bogen am Praterkai mit der Laaer Ostbahn (mittlerer S-Bahn-Ring), zum Anderen die Strecke Handelskai – Donauuferbahn – Donauländebahn mit dem Bahnhof Meidling (großer S-Bahn-Ring). Als weitere Möglichkeit wäre ein Ring ab Kaiserebersdorf über Oberlaa und Inzersdorf möglich.

Durch die Wiedereröffnung der Winterhafenbrücke im Juli 2008 ist die Lücke zwischen Donaulände- und Donauuferbahn wieder geschlossen. Die Fahrzeit entlang des S-Bahn-Rings wäre in exakt einer Stunde machbar.

Erfahren Sie hier, welche Möglichkeiten zur Umsetzung eines S-Bahn-Ringes möglich wären und welche Vor- bzw. Nachteile die einzelnen Varianten hätten.

Die Pläne für eine durchgehende Ringbahn um die Stadt sind keineswegs neu. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts fuhren auf etwa der gleichen Strecke Züge der Stadtbahn. Dies zeigt die folgende Abbildung (Ringbahn rot hervorgehoben):

Übersichtsplan der Wiener Stadtbahnlinien aus dem Jahre 1899
Übersichtsplan der Wiener Stadtbahnlinien aus dem Jahre 1899
Quelle: eisenbahn-bilder.com, modifiziert von Thomas Stadler

Gefordert wurde dieser Ring in den vergangenen Jahren von den unterschiedlichsten Seiten immer wieder, bisher scheiterte es meist an der Finanzierung. Leider wird in Wien derzeit fast ausschließlich in Autobahnen und U-Bahn-Projekte investiert. So wurde 1996 die Verlängerung der S45 bis Praterkai zwischen der Stadt Wien und dem Bund vereinbart und dies schließlich aufgrund der U2-Planungen zur Aspernstraße zurückgenommen.  Eine durchgehende S-Bahn-Verbindung würde nicht nur für raschere Verbindungen sorgen, sondern vor allem auch Voraussetzung für die Entstehung einer "Waterfront" entlang der Donau sein.

Ideen zur Entstehung der Waterfront entlang der Donauuferbahn im Zuge der Verlängerung der S45 über Reichsbrücke bis Praterkai

Kritiker warnen vor allem vor einer niedrigen Auslastung der Ringbahn. Selbst wenn Teile dieser neuen Strecken durch dünn besiedeltes Gebiet führen, wäre das Projekt mit einer ernormen Aufwertung der gesamten Wiener S-Bahn verbunden.  Besonders wichtig für eine hohe Attraktivität und breite Akzeptanz bei Kunden wären:

  • regelmäßige Intervalle, zur HVZ maximal 15 Min, ansonsten 20 Min
  • optimale Umsteigeverbindungen zu anderen Strecken mit kurzen Wartezeiten
  • Errichtung eines Umsteigeknotens in Kaiserebersdorf (mit P+R)
  • Einsatz moderner, barrierefreier Niederflurfahrzeuge
  • kurze Fahrzeit durch optimierten Fahrplan und kurzen Aufenthalten

Welche Vorteile bring ein durchgehender S-Bahn-Ring um die Stadt?

Vorbild für das Konzept könnte die Berliner Ringbahn sein. Erst seit einigen Jahren führt wieder ein kompletter S-Bahn-Ring um die Stadt, welcher täglich von mehr als 400.000 Fahrgästen benutzt wird. Natürlich sind die Größenverhältnisse zwischen Wien und Berlin unterschiedlich, die Grundidee, bereits am Stadtrand Umsteigeknoten zu errichten, würde aber auch bei uns erfolgreich sein.

Praterkai S-Bahn (S80)

Ringbahn in Berlin

Vorbild Berlin: Auch in Wien würde ein S-Bahn-Ring um die Stadt viele Vorteile bringen, noch dazu wäre er einfach zu realisieren.

Schnellbahn Handelskai

Neuordnung der Linien & Taktfahrplan

Die Einführung eines Ringkonzeptes würde gleichzeitig die Neuordnung der einzelnen Linien und Streckenverläufe mit sich bringen. Die auf dieser Seite angeführten Linienbezeichnungen wären eine Möglichkeit, unzählige Varianten wären jedoch möglich.

Die Züge der Ringbahn würden im bzw. gegen den Uhrzeigersinn (zB als S41/ S42 oder S45/ S46) fahren. Bei der Variante Ring über Simmering könnte eine zusätzliche Linie Richtung Hafen und Kaiserebersdorf den Takt zwischen Hütteldorf und Reichsbrücke verdichten.

Züge entlang der Nord-Süd-Strecke fahren über die Stammstrecke und im Süden weiter Richtung Mödling, Baden und Wiener Neustadt (S10). Vom Rennweg aus zweigen außerdem Züge Richtung Flughafen Wien ab (heute S7, später zB S14). Im Norden halten die Züge in Floridsdorf und fahren dort weiter nach Gänserndorf (S11), Mistelbach (S12) und Hollabrunn (S13).

Die Strecke entlang der Ost-West-Achse könnte die Liniennummer 20 tragen. Im Osten  fahren Züge von Leopoldau (S21) und Mistelbach (S22) über die Laaer Ostbahn sowie Züge aus Aspern (S23) über Simmering und Züge der Ostahn (Bruck an der Leitha, S24)  Richtung Hauptbahnhof und Meidling. Von dort aus geht es über Speising nach Hütteldorf und Rekawinkel sowie zum Westbahnhof.

Diese Linie könnte im Süden der Stadt das Netz ergänzen und Meidling bzw. den Hauptbahnhof direkt mit dem Flughafen verbinden.

Die Franz-Josephs-Bahn S30 verbindet Tulln und Klosterneuburg direkt mit dem Stadtzentrum und hält dann auch am Handeldskai und Praterstern. Im Süden könnten die Züge über die Pottendorfer Linie Richtung Wr. Neustadt weitergeführt werden.

Einzelne Stationen würden zu Taktkontenpunkte werden, an denen wichtige Umsteigeverbindungen stets gewährleistet wären. Penzing, Handelskai, Praterkai, Kaiserbersdorf und Meidling wären hierfür geeignet. Regelmäßige Zugsfolgen und ein einprägsamer Takt würden für hohe Akzeptanz bei den Bahnkunden sorgen.

Zugzielanzeiger Floridsdorf S1

S-Bahn Linien in Wien

Modernisierung & Zusätzliche Halte

Durch die Errichtung zusätzlicher Stationen im Stadtgebiet kann das Einzugsgebiet der S-Bahn erhöht werden, ohne die Fahrzeiten auf den Linien enorm zu verlängern. Vor allem die Errichtung einer Station Unter St. Veit im Westen Wiens sowie zwei zusätzliche Halte entlang der Laaer Ostbahn wären dringend erforderlich.

Die Bauarbeiten für Wiens Hauptbahnhof haben bereits begonnen. Neben dem neune Durchgangsbahnhof werden die Haltestellen Ghegastraße und Gudrunstraße das Gebiet Arsenal und den neuen Stadtteil erschließen.

Die Modernisierung der bereits bestehender, aber mittlerweile in die Jahre gekommener Bahnhöfe hat im Rahmen der Bahnhofsoffensive bereits begonnen. Die Arbeiten an den Stationen Praterstern, Leopoldau und Heiligenstadt konnten bereits abgeschlossen werden, zur Zeit laufen vor allem die Arbeiten an den Stationen Meidling, Landstraße und Matzleinsdorfer Platz und Traisengasse. Auch in den kommen Jahren werden weiterhin viele Stationen modernisiert und barrierefrei gestaltet.

Ziel in den kommenden Jahren muss es sein, alle Stationen im Stadtgebiet den heuten Standards für S-Bahn-Stationen anzupassen. Dabei darf auf keinen Fall auf die kleinen Haltestellen entlang der Marchegger Ostbahn (heute S80) und der Laaer Ostbahn (S8) sowie der Südbahn (zB Atzgersdorf und Hetzendorf) oder der Verbindungsbahn (Speising) vergessen werden.

Um die S-Bahn als attraktives Verkehrsmittel betreiben zu können, gilt es außerdem, die Fahrzeiten zu verkürzen. Vor allem entlang der Vorortelinie sind Fahrzeitreserven vorhanden. Durch entsprechende Maßnahmen muss eine maximale Reise­geschwin­dig­keit ermöglicht und die Dauer der Aufenthalte in den Stationen verkürzt werden.

Lesen Sie unter "Maßnahmen" mehr zur Modernisierung bestehender Stationen

Krottenbachstraße Wien

Laaer Ostbahn

Schnellbahnstrecke in Speising

S-Bahn-Station Gerasdorf

Interessante Webtipps

Webseite der Österreichische Bundesbahnen |  Webseite der Schnellbahn Wien